Dorfchronik

Vockenrot wurde 1212 erstmals urkundlich unter dem Namen „Fockerode“ erwähnt.

Kirchlich gehörte das Dorf in dieser Zeit zu Reichholzheim. Durch den Grafen Rudolf wurden die Dörfer Fockerode, Sahsinhusen und Oesengeseze 1927zu einer eigenen Pfarrei zusammengefasst. Bis 2000 war Vockenrot eine Filialgemeinde und bis1948 wurden unsere Verstorbenen auf dem sachsenhäuser Friedhof beigesetzt. Seit 2000 gehört Vockenrot kirchlich zum Wartberg.

 

Für die Herkunft des Ortsnamens gibt es verschiedene Überlieferungen. Einmal wird erwähnt, dass ein Junker namens Focko den Wald roden ließ, um sich hier niederzulassen. So könnte man es also mit einer „Rodung des Focko“ erklären.

 

Eine bemerkenswerte Rolle in der Geschichte Vockenrots spielte das Geschlecht der Clinghardts. Hans Clinghardt, war Inhaber des Wertheimer Burglehens, d.h. er war als Ministerialverwalter über die Lehensgüter der Wertheimer Grafen gesetzt. Zu diesen gehörten unter anderem auch der Reinhardshof und der Haidhof. Clinghardt selbst erhielt eine Schenkung auf Vockenroter Gemarkung.Noch heute erinnert der Name „Schlosswiese“ für ein Gebiet innerhalb des Dorfes an sein „Schloss“, dass man sich wohl eher als eine kleine Burg vorstellen muss.

 

Wie groß die Vertrauensstellung der Clinghardts bei den Wertheimer Grafen war, zeigt die Tatsache, dass alle Clinghardts in der Stiftskirche beerdigt wurden. Ihre Abhängigkeit kommt auch in ihrem Wappen zum Ausdruck, das später als Vockenroter Gemeindewappen weitergeführt wurde. Es zeigt drei Blumen auf Stielen und ist in seiner Anordnung dem unteren Teil des Wertheimer Wappens sehr ähnlich. Um das Jahr 1580 starb das Geschlecht der Clinghardts aus.

 

Das Clinghardtsche Gut wurde später aufgelöst und ein neuer herrschaftlicher Hof gegründet, der heutige Neuhof. Dieser ist erstmals 1691 erwähnt und war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Besitz der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. 1949 kam er in die Hände der Landsiedlung GmbH und wurde unter sieben Neubürgerfamilien verteilt. Mit den neu erstellten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bildet der Neuhof einen Ortsteil für sich.

 

Kriegszeiten und Seuchen haben auch in Vockenrot die üblichen Wunden hinterlassen. Auch von Katastrophen blieb das Dorf nicht verschont. Im Jahre 1835 brach durch Blitzschlag ein Brand aus, der in den damals mit Stroh gedeckten Häusern reiche Nahrung fand. Das halbe Dorf – 15 Wohnhäuser und 13 Scheunen- fiel den Flammen zum Opfer.

Aus der Neuzeit

 

Vockenrot wurde 1939 zu Wertheim eingemeindet. Anlass war der Bau der Kaserne mit Flugplatz durch die Wehrmacht beim Rainghardtshof. Das beanspruchte Gelände lag teils auf Wertheimer, teils auf Vockenroter Gemarkung, sodass man der Einfachheit halber die beiden Ortschaften unter eine Verwaltung brachte. Während des Krieges war dot eine Stuka- und Flugabwehreinheit stationiert. Nach dem Umsturz fanden dort viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene Unterkunft.

 

In den 70er Jahren wurde ein Neubaugebiet erschlossen und in den 80er und 90er Jahren erweitert, der dörfliche Charakter Vockenrots wurde bis heute gewahrt.

 

Die Teilnehmer des ersten Weltkrieges schlossen sich zu einem Kriegerverein zusammen und erstellten ein Kriegerdenkmal am Ausgang Sachsenhäuser Straße / Nassiger Straße nach Wertheim zu, um den Gefallenen von Vockenrot zu gedenken.

Wegen einer Straßenneuführung, die der wachsende Verkehr erforderlich machte, wurde dieses Denkmal auf den Vockenroter Friedhof verlegt, 1999 schließlich auf den Heldenfriedhof.

Mit dem Gedenkspruch :

„Sie gaben ihr Alles, ihr Leben, ihr Blut,

sie gaben es hin mit heiligem Mut.“

Und den Namen der Gefallenen und Vermissten ist dieses Denkmal auch als Mahnmal für zukünftige Generationen zu werten, denn neun Vockenroter Bürger blieben auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges.

 

Der erste Vockenroter Friedhof wurde 1948 angelegt. Das hierfür erforderliche Gelände hatte eine Vockenroter Familie gestiftet, die dort in einem Ehrengrab ruht.

Zum Andenken an die Vermissten und Gefallenen des zweiten Weltkrieges wurde auf dem Friedhof eine Gedenkstätte errichtet. Immerhin 16 Vockenroter sahen diesmal ihr Heimatdorf nicht wieder.

Im Frühjahr 2001 wurde der Friedhof erweitert.

 

Die heutige Mehrzweckhalle war zu Anfang ein Schulhaus. Durch Verhandlungen mit der Stadtverwaltung wurde, größtenteils durch Vockenroter Bürger, ein großer Raum angebaut, damit das kulturelle Leben in Vockenrot wieder pulsieren konnte.

 

Einige Neuerungen gab es im Jahre 2002: Wir bekommen einen neuen Glockenturm, der Außenplatz der Mehrzweckhalle wird in Eigenleistung der Vereine gepflastert und neu gestaltet. Im Dezember wird das alte Schulhaus ebenfalls in Eigenleistung zum Haus der Vereine umgebaut.